2012

TRICKREICHE RABEN UND ORCAS  –

 Einblicke in die Welt Indianischer Mythen – 25. Juni 2012

In Zentrum der Schau steht der Indianischer Künstler, Ed E. Bryant.

Bryant stammt aus einem indianischen Fischerdorf in Kanada. Früh weckte sein Großvater in ihm das Interesse an der Kultur seines Volkes, der Tsimshian. Besonders die Schnitzkunst dieser Nordwestküstenindianer faszinierte ihn.  Vorfahren Bryants waren Holzschnitzer gewesen; durch ein Buch eignete er sich die Technik des Schnitzens autodidaktisch an. Heute befinden sich seine Werke in zahlreichen Museen und Kunstsammlungen.

Ed Ex InteriorAn der Biografie Bryants entlang vermittelt die Ausstellung mit Fotos, Texten und Objekten Einblicke in die Lebensweise der Tsimshian in Geschichte und Gegenwart. Schnitzereien und Bildschöpfungen Bryants verweisen auf indianische Rituale und entführen in die Vorstellungswelt der Tsimshian. So erzählen Skulpturen und Masken vom Donnervogel, einem übernatürlichen Adler, oder von Orcas, den Wölfen des Meeres,  und dem trickreichen Raben Txamsem, der den Menschen das Licht brachte und von dessen schelmischen Treiben viele Sagen berichten. Ein Totempfahl stellt ihn neben Donnervogel und Bärenmutter dar.

Als kultische Gegenstände  oder Amulette fanden dergleichen  durchwegs  stark stillisierende Schnitzereien einst Verwendung. Wo Bryant die Tradition schlicht reproduziert, sind seine Schöpfungen Kunstgewerbe wie alle ethnografische Kunst, die Vergangenes im Heute beschwören will. In einigen Arbeiten aber, die die indianische Formensprache aufgreifen, um sie weiterzuentwickeln – so in einer nahezu abstrakten Malerei in Acrylfarbe auf Papier – erreichen sie das Niveau formbewusster, hoch expressiver  Kunst.