Kultur und Kunst der Nordwestküste

Die von tiefen Fjorden zerschnittene Küstenlandschaft der Nordwestküste umfasst den gesamten südlichen Teil Alaskas und erstreckt sich über Britisch Kolumbien bis zur Nordgrenze Kaliforniens. Das steil abfallende Küstengebirge mit seinen undurchdringlichen Wäldern drängte die Menschen in die schmalen Küstenstreifen am Pazifischen Ozean. Dabei wurden nicht nur die Ufer der weit ins Land reichenden Meeresarme als Siedlungsplätze genutzt, sondern auch die vielen kleinen und großen Inseln, die der Küste vorgelagert sind.

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Bentwood box – by Ed Bryant, Tsimshian

Potlach (Schenken – Geben)

Ein charakteristisches Kulturelement der Nordwestküste ist der Potlatch, ein Sammelbegriff für verschiedene Formen von Verdienst- oder Gedenkfesten, bei denen Geschenke verteilt werden. Solche Feste konnten bei der Einsetzung eines neuen Häuptlings, bei einer Hochzeit, beim Tod einer hochrangigen Person, bei der Errichtung eines Wappenpfahls und vielen anderen Anlässen stattfinden. Neben Gütern des täglichen Gebrauchs wurden dabei auch besondere Prestige-Objekte verschenkt.

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Ed Bryant exhibition, Vienna, 2012.

Bentwood-Box (Kleine Holzkiste)

Mit der Darstellung eines Bibers ist sie ein Meisterstück der Holzverarbeitung, denn ihre Seitenwände bestehen aus einem durchgehenden Brett, das an drei Kanten eingekerbt und über Wasserdampf gebogen wurde. Die vierte Kante hat man mit einer Pflanzenfassung zusammengefügt.

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Raven Mask by Ed Bryant, Tsimshian.

Masken

Da über die Sprache der Bewohner der Nordwestküste kein schriftlicher Nachweis vorhanden ist, erhalten wir viele Informationen über ihre Kultur und ihre Traditionen durch ihre künstlerischen Arbeiten. Dazu gehört vor allem die Bearbeitung von Holz, wie z.B. das Schnitzen von Holzmasken und von Totem Pole (Wappenpfähle). Die Bildsprache der Masken und Pfähle vermittelt Informationen über die Tierwelt (Adler, Fische, Killerwale), über die Menschen und über die Welt der Geister.